Sonntag, 15. März 2009

Die KFZ-Werkstatt Ihres Vertrauens!


Als stolzer Autobesitzer braucht man natürlich auch eine Werkstatt des persönlichen Vertrauens, wo man mit gutem Gewissen seine Karre abgeben kann, damit man sie (einigermaßen) repariert wieder abholen kann.

Durch Zufall sind wir auf unsere Werkstatt gestossen, denn in der ersten Corolla-Woche bin ich auf der Ring Road ziemlich fies von einem 4x4-Monster abgedrängt worden und musste durch ein Schlagloch brettern, was eigentlich eher die Bezeichnung 'Krater' verdient hätte. Ich bin dann zur Schule, um Anja und Julius abzuholen, aber wenige Kilometer später, in Osu, konnte man es spüren, daß das nicht mehr die Reifen sind, auf was wir fuhren.
Also raus zum Reifen wechseln, aber erst mal vergeblich den Wagenheber gesucht. Keiner da! Kein Problem - viele hilfsbereite Hände suchten große Steine, um das Auto zu unterlegen, aber während dieser Aktion stellte ich fest, daß wir zwar ein Drehkreuz im Kofferraum haben, dieses aber abgebrochen ist. Anja stellte dann fest, daß circa 20 Meter entfernt von uns recht viele Autos und Autowracks zu sehen sind und daß dieses darauf deute, daß eine Werkstatt nicht weit sei. Der Spürsinn meiner Frau war fantastisch und in wenigen Minuten war Kwaku mit seinen Mannen da und wechselte ruckizucki den Reifen. Die Fahrt konnte weitergehen.



Es gab aber noch weitere "Kleinigkeiten" am Toyota zu reparieren und so wollten wir diesen Folgeauftrag natürlich auch Kwaku zuschieben, um mal zu testen, wie er sich schlägt.



Was sollen wir sagen: Im Hof sieht zwar alles sehr handgestrickt aus, aber die Arbeit, die er macht ist gut, die Preise sind korrekt und nachvollziehbar und können auch ohne großes Handeln fixiert werden und - und das ist in Ghana, zumindest für uns - ein großer Pluspunkt: Er ist zuverlässig!

Auf den Fotos kann man auch wieder Festus auf der Bank entdecken, der mich einmal zu Kwaku begleitete, um sich ein Urteil zu bilden, ob das alles O.K. ist oder nicht. Auf dieser Bank unter dem Baum sitzt zur Mittagszeit gewöhnlich ein Freund von Kwaku und erledigt Kwakus Buchhaltung. Einen charmanteren Ort, um die Buchhaltung zu erledigen, habe ich selten gesehen.

Auch wenn mit Kwaku alles bestens läuft, so hoffe ich doch, seine Dienste so selten wie möglich in Anspruch nehmen zu müssen. Vielleicht mal ein Kundendienst, aber ansonsten soll der Corolla laufen und laufen und laufen und laufen und laufen und laufen und laufen....



Hier noch etwas Werbung für Kwaku für alle Accraianer:
Kotech Automobile Engineering
Specialist in Japanes, French & German Cars etc.
Manager: Kwaku Gayi Sogbadzi
Adjacent to Platinum Plaza
off Kalamazoo Road
Mobile: 024-4236327

Hey, Hajo, nur diese Werkstatt zu besichtigen, sollte für Dich schon Anlass genug sein, Ghana mal einen Besuch abzustatten.....

Donnerstag, 5. März 2009

Ein paar Impressionen mit Eke


Die Zeit verging viel zu schnell und Eke weilt schon wieder in Deutschland.


Schade, daß Eke nicht noch länger bleiben konnte, aber wenn der Abschied viel zu früh kommt, bedeutet das ja auch, daß man kurzweilige Tage hatte und die hatten wir wirklich!

Morgen ist Independence-Day in Ghana und wir werden übers Wochenende nach Akosombo fahren. Danach ist dann wieder Alltag und ich denke, dann wird es sicher auch wieder regelmäßiger Blog-Einträge an dieser Stelle geben.

Zur Überbrückung hier aber ein paar Bilder von unserer tollen Zeit mit Eke.
Eke, komm bald wieder! Du bist uns immer willkommen!!!

Sonntag, 22. Februar 2009

Eke ist da!

Mit über zweistündiger Verspätung ist am Freitag abend Eke in Accra gesund und munter angekommen. Julius war schon den ganzen Tag nervös
und freute sich riesig, als er endlich seine Mimi in die Arme nehmen konnte. Natürlich ist Mimi nicht ohne Playmobil angereist und so war die Freude dann noch größer!!



Jetzt freuen wir uns auf eine tolle Zeit mit Eke und wünschen ihr viel Vergnügen, gute Erholung und jede Menge Spaß in Accra!!

Donnerstag, 19. Februar 2009

Gruß an Harald!

Als Harald Ende Oktober/Anfang November uns besuchte, hatten wir immer einen großen Spaß eine Autoruine kurz vor Anjas Schule zu bewundern.

Auf meine Frage an Festus, warum so ein Haufen Schrott denn hier ewig herumliegen muss und nicht einfach entsorgt werden könne, antwortete Festus uns, dass dieses Auto-Skelett schließlich noch repariert werden würde und in 3 Monaten wieder auf den Straßen Accras herumfahren würde. Wir fragten, ob er sich mit dieser Zeitangabe nicht etwas verschätzen würde, aber Festus war sich ganz, ganz sicher! Dieses Auto läuft wieder in 3 Monaten!

Tja, lieber Harald, dieses Fotos habe ich letzten Woche am 11. Februar geschossen und wie Du sehen kannst, steht dieses Fahrzeug so schrottreif wie im November an der Straße. Festus hat seine Niederlage anerkannt und seine Taxikollegen haben sich vor Lachen geschüttelt, als sie von unserem kleinen „Wettbewerb“ erfuhren.

War wohl nichts mit „Wetten dass…“!!!

Donnerstag, 12. Februar 2009

Ende Januar bis Anfang Februar (26.01. - 08.02.)

Hoppla! Fast zwei Wochen nichts Neues auf dieser Seite! Und das hat seinen Grund, denn ich war richtig, richtig eingespannt.

Denn unser Haushalt hat sich deutlich erweitert und zwar um einen Pool, eine Internet-Verbindung und ein Auto!

O.K., Pool ist vielleicht etwas hoch gegriffen, aber es ist ein netter Plansche-Pool mit zweieinhalb Meter Durchmesser und für Julius ein Paradies um mit seinen Playmobil-Piraten herumzuplanschen. Außerdem ist dann immer noch genug Platz für Anja und mich sich zumindest ins kühle Nass zu setzen. Für etwas Erfrischung können wir also jetzt auch zuhause sorgen. Supi!


Allerdings müssen wir jetzt noch technisch etwas nachrüsten, denn es gab mal wieder etwas Diskussionsstoff mit unserem Vermieter. Da der einzige angeschlossene Wasserschlauch an seinem Haus ist, hatte er Probleme damit, das wir diesen benutzten. Erste Begründung: Wir pumpen seinen Wassertank leer und er hat dann kein Wasser mehr! Daran haben wir natürlich auch gedacht und den Pool erst gefüllt, als die Leitungen offen waren und somit der Tank direkt wieder nachgefüllt wurde.
Zweite Begründung: Das Wasser geht kostentechnisch bei ihm ab. Stimmt so auch nicht, da wir die komplette Wasserrechnung des Grundstücks eh zusammen bezahlen. Ist somit also egal, ob das Wasser aus unserem Haustank oder aus seinem kommt. Die Rechnung bleibt die gleiche. Dritte Begründung: Das Wasser, wird über eine Wasserpumpe gefördert und der Stromverbrauch geht bei ihm ab. Das stimmt allerdings und da der Strom in Ghana wirklich nicht teuer ist, sprechen wir hier über die Summe von vielleicht einem Ghana Cedi, also 60 cent. Die würden wir ihm natürlich auch bezahlen, aber wenn man nicht will, dann will man halt auch nicht. Schade. Deswegen und nur deswegen müssen wir nun an unseren Wassertank eine entsprechende Pumpe anbringen, damit wir auch in Zukunft unseren Pool füllen können. Hmmmm, tja!

O.K., nächstes Thema Internet! Stand der Dinge war ja, dass ich meine Anschlussgebühren inklusive dem ersten Monat bezahlt habe. Am Montag, den 26. Januar kam dann tatsächlich Owusu mit einem Kollegen, um das Kabel zu verlegen. Das hieß, das die zwei das Kabel an einem Strommasten in unserer Straße angezapft haben, von dort immer weiterverlegt, auf das Grundstück unseres Vermieters, über das Dach unseres Vermieters, rüber auf unser Dach, hinterm Haus dann runter und durch ein Loch in der Wand ins Wohnzimmer gezogen. Man hat also nicht wie in Deutschland einen Techniker, der an einer Telefonbuchse im Haus irgendwas rumschraubt, sondern kann sein Internet selber sehen! Wie das Foto beweist! Und wer kann schon behaupten und zeigen: Schaut her, das ist unser Internet!!!

Also, Kabel in der Bude und Feierabend. Tomorrow, tomorrow! Klar. Am Dienstag kein Owusu, ebenso am Mittwoch und am Donnerstag. Auf meine täglichen Telefonate, wo er denn bliebe, dann das obligatorische ‚Tomorrow, tomorrow! Meine Feststellung, dass ‚tomorrow’ eigentlich ‚yesterday’ war, da er schon vorgestern von ‚tomorrow’ sprach, zeigte bei ihm keine Wirkung und er blieb vehement bei seinem Vorsatz für den nächsten Tag. Am Freitag, als ich schon nicht mehr daran glaubte, kamen die zwei Herren dann tatsächlich kurz vor fünf noch bei uns an. Owusu montierte ein Modem an das Kabel und sein Kollege machte es sich in unserem Sessel bequem, nachdem er unsere DVDs begutachtet hatte. Gut, dass sie zu zweit unterwegs waren. Nur einer hätte es nicht geschafft die Kabel anzuschließen und es sich gleichzeitig bei uns bequem zu machen. Freigeschalten werden konnte dann immer noch nichts, da – mittlerweile war es 18.00 Uhr – das Telekom-Büro schon geschlossen hatte. Für dieses Wochenende hatte ich also schon den Traum ‚Internet-zu-Hause’ abgeschlossen, aber tatsächlich waren sie am Samstag um 10.00 Uhr wieder da und schalteten unsere Leitung frei. Und so sind wir seit Samstag, den 31. Januar stolze Besitzer einer Internet-Leitung zu Hause. Morgens geht zwar fast gar nichts, aber am Abend läuft es recht stabil. Wir sind zufrieden!

Thema Nummer 3: Auto, Auto! Den Mitsubishi von Hajo gaben wir wieder zurück, da uns doch hinsichtlich einiger Mängel nicht ganz wohl in unserer Haut war. Unser emotionales Problem war nun, dass wir Blut geleckt hatten und nun wussten, wie schön ein unabhängiges Leben in Ghana mit eigenem fahrbarem Untersatz ist. Es musste also was geschehen. Als Rex mal wieder zu Besuch bei uns war, bot er mir an, mit mir auf Autosuche zu gehen. Also fuhren wir am Montag, den 2. Februar in Richtung Tema, da sich dort der Hafen befindet und sich somit ein bevorzugter Umschlagplatz für importierte Autos befand. Denn die erste Autokauf-Regel in Ghana lautet: Kaufe nie ein Auto, welches zu lange in Ghana gefahren wurde. Das ist meistens Murks!! Rex wusste genau, wo er schauen musste und so inspizierten wir zwischen Teshie, Nungua und Tema einen Haufen Autos! Wie viele es dann schließlich waren, wusste ich dann nicht mehr. Es war auch keines dabei, für welches ich mich so richtig erwärmen konnte. Und beim Preis musste ich dann auch feststellen, dass unsere Preisgrenze von 5000 cedis dann wohl doch unrealisierbar ist – vorausgesetzt, man möchte ein Auto, das in der Regel mehr auf der Straße als in der Werkstatt unterwegs ist.

Montagabend war ich dann recht frustriert, doch am Dienstag kam dann die Wende. Rex brachte über einen Freund von einem Freund von einem Freund von einem Freund einen Toyota Corolla. Das sah dann schon überzeugender aus und der Preis von 6500 cedis (‚Brutto’, also vor dem Handeln…) ging tendenziell in unsere Richtung. Nach einer Testfahrt zu Anja an die Schule und einer kleinen Runde von Anja, war uns klar: Das sollte doch unser Auto sein. Um auch sicher zu gehen, bin ich dann noch bei einer Art ghanaischer TÜV mit dem Auto vorbeigegangen, die das Auto zumindest ‚visuell’ untersuchen, um dann anhand dieses Checks einen Wert zu taxieren. Dieser lag bei 6100 cedis und da der Verkäufer noch einen neuen Radio einbauen ließ, einigten wir uns schließlich auf 6250 cedis und somit waren wir am Donnerstag, den 6. Februar stolze Besitzer eines weißen Toyota Corolla! Mit einem Kveku, einem Freund von Rex, bin ich dann noch zu einer Werkstatt gefahren, die den Begriff ‚abenteuerlich’ wahrlich verdient hat. Neben einer Müllhalde und vielen Hütten, wo Lämmer unter der heißen Sonne geschlachtet und verarbeitet wurden, stand eine Baracke mit zahllosen Autowracks rundrum und einem Berg von Ersatzteilen. Aus diesem Berg wurden von den unzähligen Arbeitern zielgenau verschiedene Teile herausgefischt, die dann in irgendeinem dieser Wracks verarbeitet wurden. Drei andere Arbeiter saßen um etwas, was entfernt an einen Motor erinnerte und feilten, schmierten und ölten daran. Kveku bestätigte mir, dass es sich tatsächlich um einen Motor handeln würde und dieser eben gerade „wiederhergestellt“ würde. Hier wird ‚Abwrackprämie’ noch anders definiert. An unserem Toyota wurde ein „neuer“ Motor für unsere Beifahrerscheibe eingebaut und außerdem ein Ersatzschlüssel „angefertigt“. Eine Erfahrung der interessanten Art und leider hatte ich meinen Foto nicht dabei.

Wie es sonst mit dem Toyota weiterging, schreibe ich im nächsten Blogeintrag. Hier noch in aller Kürze, was sonst geschah: Anja hatte am 28. Januar noch ihre letzten Elterngespräche und konnte dann am Samstag mal wieder unter Beweis stellen, dass sie immer noch eine Party-Queen par excellence ist. Ina von der RMS hatte zur Geburtstagsfeier geladen und außerdem feierte am selben Abend Miriam Pearson mit ihrem Mann den 20. Hochzeitstag. Zusammen mit Karin ließ es Anja dort richtig krachen und tanzte zu den Partyhits der letzten 20 Jahre bis zum Umfallen. Auch das braucht man hin und wieder. Julius war dann leider Anfang Februar noch krank und zu Hause, ist mittlerweile aber wieder lustig und fidel! Gott sei Dank!
Außerdem haben wir am letzten Sonntag gleich den Eigentum eines eigenen Autos genutzt und haben einen schönen Ausflug nach Gomoah Fetteh gemacht, um uns dort bei Till’s No1, einem Resort, das von einem Deutschen betrieben wird, einen erholsamen Tag am Strand zu genehmigen. Wunderbar! So kann es gerne weitergehen!!!


Geburtstage, Geburtstage: Zuerst einmal noch ein nachträglicher Geburtstagsgruß nach Groningen zu unserem Clemens Wolf. Am 11. Januar feierte er – noch auf der Reichenau – sein 28. Wiegenfest, um kurz darauf seine Inselzelte abzubrechen und in Groningen ein Auslandsstudium zu beginnen. Lieber Clemens, zu Deinem Geburtstag und zu Deinem neuen Lebensabschnitt alles, alles Gute und natürlich recht herzlichen Dank für Deine tollen Dienste im, am und um den Bütezettel!

Auch wurde im Hause Haselberger-Müller Geburtstag gefeiert und das gleich zweimal! Buttermüllers Jürgen hatte am 28. Januar seinen – auch schon – 38. Geburtstag und am 6. Februar feierte die liebe Tanja ihren Jubeltag. Außerdem feierten am selben Tag Katja Huber (autsch – Katja, wie heißt Du jetzt wieder mit Nachnamen?) und Zira Deggelmann ihren Geburtstag. Und obendrauf – denn aller guten Dinge sind 4 – gibt es einen Neuzugang in der illustren Runde der am „6. Februar-Geborenen“. Teresa Magdalena (Wendt? Junghänel?) erblickte an diesem Tag das Licht der Welt und ich gratuliere den stolzen Eltern Kathrin und Martin recht herzlich! Alles Gute!!!

Außerdem feierten Martina & Tobias am Freitag, den 30. Januar (standesamtliche) Hochzeit. Martina heißt jetzt Riede, aber sonst ändert sich nix. (…an einen allseits bekannten Werbespruch angelehnt.) Liebe Martina, lieber Tobias, auf eurem weiteren, gemeinsamen Weg wünsche ich euch alles, alles Gute! Und gerade 2009 habt ihr ja noch einiges vor…Herzlichen Glückwunsch!!!

Donnerstag, 5. Februar 2009

HAPPY BIRTHDAY BÜTEZETTEL


Das Thema Bütezettel passt jetzt zwar nicht exakt hierher, aber an so einem Tag wie heute, muss man auch mal eine Ausnahme machen können, denn:

Genau heute vor 10 Jahren, am 05. Februar 1999 wurde der Bütezettel eröffnet!!!!

Taaaaraaaaa!!!


Und natürlich bin ich da schon ein bischen stolz, daß auch am 5. Februar 2009 der Bütezettel immer noch seine Pforten offen hat und hoffentlich auch ncch lange offen haben wird!!


Deswegen: Happy Birthday Bütezettel! Ich werde heute abend ein Club-Bier öffnen und auf dich anstoßen, altes Haus. Und Jülle: Nach Feierabend nimmst Du bitte dann auch ein kühles Beck's in die Hand zum Anstoßen. Versprochen?!

Dienstag, 27. Januar 2009

Die dritte Januarwoche (19. - 25. Januar 2009)

Jetzt hat er uns der Harmattan! Es wird uns zwar von allen Seiten übereinstimmend gesagt, dass er nicht so ausgeprägt und stark ist wie in den vergangenen Jahren, aber für uns ist es schon sehr beeindruckend. Es ist nachts deutlich kühler, so dass wir zuerst den Standventilator ausschalteten und jetzt sogar auch den Deckenventilator nicht mehr brauchen. Unsere Deckenüberwürfe kommen wieder zum Einsatz und Anja hat sogar schon überlegt, das Federdeckbett aus dem Schrank zu holen. Das ist für mich jetzt etwas arg viel Decke, aber wir wissen ja, wie schnell die Frauen frieren… Morgens merkt man die Abkühlung besonders deutlich und es ist schon sehr lustig, die Ghanaer mit Jacken und Pudelmützen zu beobachten. Winter in Accra – und die Leute frieren. Was würden die wohl in Deutschland machen? Klar – noch mehr frieren!!! Auch die Luft ist jetzt sehr staubig und es ist den ganzen Tag sehr diesig. Der Himmel ist so bedeckt, dass man ohne Zwinkern in die Sonne sehen kann. Die Sonne selber erscheint einem, wie wenn man sie durch eine Milchflasche hindurch betrachten würde. Bei uns am Meer ist es durch die feuchte Luft nicht ganz so schlimm, aber sobald man Richtung Schule fährt, wird das immer heftiger und ausgeprägter. Von der Seite her jetzt auch nicht so toll, aber ich genieße es zur Zeit total, dass man nachts viel, viel besser schlafen kann! Welch’ ein Luxus!!! Am Montagabend war dann Rex bei uns zum Essen eingeladen. Rex ist gebürtiger Ghanaer aus Takoradi, lebte die letzten 16 Jahre aber in Deutschland in Kaiserslautern, absolvierte dort eine Ausbildung als Industriemechaniker und ist seit einem Jahr wieder in Accra, wo er sich selbstständig gemacht hat. Mit Hilfe seiner Ausbildung montiert er hier Treppengeländer, Balkongeländer und Fenster jeder Art. Dabei kommen ihm seine Jahre in Deutschland sehr zur Hilfe, denn der Hinweis auf seiner Visitenkarte ‚german trained’ ist für die Ghanaer ein sicherer Hinweis für Qualitätsarbeit. Auch mal schön, so etwas über sein Heimatland zu hören! Natürlich ist auch hier der Anfang nicht immer leicht und was Rex besonders zu schaffen macht, ist vor allem die Zahlungsmoral! Eine typische Ursache für Unternehmen, die mit der Insolvenz zu tun haben: Man hat Arbeit mehr als genug, aber die Kohle kommt nicht rein. Und irgendwann wird es dann halt mal dünne. Drum drücken wir unserem Rex – übrigens die Abkürzung für Rexford – die Daumen, dass er nicht nur genügend zu arbeiten hat, sondern auch die Früchte eben dieser Arbeit genießen kann.

Am Mittwoch nach meinem Klavierunterricht (zur C-Dur gesellt sich jetzt auch noch G-Dur – die Herausforderungen werden größer!), war der Max bei uns zu Gast und nach einem leckeren Mittagessen im Swiss Club, verbrachten Julius und Max einen lustigen Mittag in South-La-Estate. Leider war unser Julius dann etwas von der Rolle, als Birgit ihren Sohn dann abholte, der Mittagsschlaf fehlte und als Konsequenz war dann eben gar nichts mehr recht. Zum Finale furioso gab es dann nur noch Tränen und heftige Zornesausbrüche. Da muss unser Sohn doch noch lernen, sein Temperament in bestimmten Situationen zu zügeln – und wir als Eltern haben die wunderbare Aufgabe, ihm das beizubringen!!! Am Donnerstag ging es wieder einen Schritt weiter! Ich war mit Rex bei der Ghana Telekom!!! Nachdem die entsprechenden Formulare ja schon länger ausgefüllt waren, wurde ich jetzt aufgefordert, die Installationskosten und die erste Monatsgebühr (63,14 cedis, also circa 40 Euro für Schnarch-Internet!) zu bezahlen, damit die Installation und Einrichtung zu Hause dann vorgenommen werden kann. Nachdem wir durch 5 (fünf!) verschiedene Büros geschleust wurden und ich von allen so behandelt wurde, als ob ich 200 Gramm Salami bestellt hätte, fand dann die Dame aus Büro No 1 dann doch meine Unterlagen und ich durfte dann an die Zahlstelle gehen. Merkwürdigerweise waren die Installationskosten jetzt doppelt so hoch wie im Angebot. Auf meine Nachfrage hin, wurde mir erklärt, dass diese Gebühren eben zum Jahreswechsel erhöht wurden. Mein Einwand, dass ich die Gebühren ja schon gerne 2008 bezahlt hätte, wenn die Ghana Telekom etwas flotter aus den Puschen gekommen wäre, blieb dann ungehört. That’s Ghana-Life! Aber eben auch einen Schritt weiter und so hoffe ich, dass jetzt bald Owusu, unser Internet-Mann bei uns erscheint und die notwendigen Schritte in die Wege leitet. Wir werden sehen…
Abends hatte ich dann endlich wieder mal einen Biertrink-Männer-Termin mit Christoph und wir hatten einen netten Abend zwischen Chicken, Star- und Clubbier in Asylum Down. Da freut man sich schon auf das nächste Mal.

Am Freitag war schon ein erstes Etappenziel für Anja erreicht, denn es gab die Halbjahresinformationen. So schnell rennt die Zeit. Nachmittags hatte sie dann noch Konferenz, die hier in der wunderbaren Welt der Anglizismen ‚Team-Hour’ genannt wird und danach noch bis 17.00 Uhr Elterngespräche. (Diese heißen tatsächlich noch Elterngespräche und nicht etwa ‚meet the parents’) Da neben Anja und Miriam Pearson auch noch Nicole Quansah als Lehrer dabei war, betreute ich während dieser Zeit nicht nur unseren Julius, sondern auch Nicoles Tochter Ameena. Langweilig wurde es mir also nicht. Danach ging es dann flott, flott nach Hause und zwar nicht im Taxi oder im Trotro, sondern im „eigenen“ Auto. Eigenes Auto ist es noch nicht, sondern ein Auto, das wir ins Visier genommen haben und über das Wochenende testen durften. Hajo, der Vater von Larissa, einer Schülerin Anjas, möchte dieses Auto, einen Mitsubishi Lancer, verkaufen und wir sind dabei die erste Verkaufsadresse. Wow. Die erste Fahrt war dann etwas mühsam, da der Motor ständig ausging und da wir uns im Wochenend-Super-Stau-Verkehr befanden, war es sehr mühsam, mit ständigem Zündschlüsseldrehen vorwärts zu kommen. Ein kurzes Telefonat mit Hajo und wir bekamen den Rat, die Klimaanlage nicht einzuschalten, da diese die Drehzahl so weit nach unten zieht, dass der Motor ständig abstirbt. Aha!
Abends hatten wir noch eine tolle Einladung! Anja, eine Botschaftsangestellte, und ihr Mann Markus organisieren immer wieder Filmabende in ihrem Garten. Sie stellen dabei 3 Filme zur Auswahl und der Film mit den meisten Stimmen wird dann gezeigt. Da wir zum einen keinen Babysitter hatten und (meine) Anja nach den Elterngesprächen sehr, sehr erschöpft war, ging ich alleine zu diesem tollen Abend. Es waren zwischen 20 und 30 Gäste da, die von Anja und Markus aufs Vortrefflichste mit Getränken versorgt wurden. Gezeigt wurde dann via Beamer und kräftiger Lautsprecher-Anlage der Film ‚Outsourced’. Ein Call-Center-Mitarbeiter in Amerika (jetzt haben die Anglizismen auch mich erreicht….) wird von seinem Vorgesetzten nach Indien versetzt, um dort die Effektivität des dortigen Call-Centers zu verbessern. Natürlich müssen dabei einige Hindernisse beseitigt werden, aber für alle Gäste waren gewisse Parallelen sehr schön zu sehen, was einem alles passieren kann, wenn man auf einen anderen Kulturkreis stößt. Ein toller Abend und eine super Idee! Vielen Dank für die Einladung!!!

Am Samstag wollten wir dann ja das Auto weiter testen und beschlossen zur Accra Mall zu fahren, um den Test auch mit einer Dosis West-Leben zu erweitern. Trotz ausgeschalteter Klimaanlage wurde es eine recht mühsame Stop-and-Go-Fahrerei und so telefonierte ich mit Vincent, dem Fahrer von Hajo, woran das wohl liegen kann. Das müsse er sich genauer anschauen und vereinbarte mit uns einen Termin für den nächsten Sonntag um 7 Uhr! Aaaaarrrrgggghhhhh! Sonntag, 7 Uhr, das ist für mich eine große Folter, aber wenn man da einen Schritt weiter kommen möchte, sollte das halt auch kein Hindernis darstellen. Leider.

Vincent war dann am Sonntag auch da und hat die Drehzahl nach oben gestellt und siehe da: Das Auto läuft und geht (fast) nicht mehr aus. Etwas bedenklich fanden wir dann doch den Benzinverbrauch, denn für 100 Kilometer benötigte er jetzt doch circa einen halben Tank. Das ist doch ein büschen viel…. Es bleibt spannend!
Um 11 Uhr waren wir dann bei Karin Biedermann zum späten Frühstück eingeladen und wir hatten einen tollen, gemütlichen Sonntag bei Karin. Julius war allemal glücklich bei seiner Kindergärtnerin ‚Frau Biedermann’ zu sein und auch wir konnten den Tag toll genießen. Abends wollten wir dann mit unserer Mobilität natürlich noch ein Lokal suchen, das sonst eher schwierig für uns zu erreichen ist und entschieden uns dann für das ‚Captain Hook’. Karin war auch mit von der Partie und so konnten wir ein sehr, sehr leckeres Essen genießen, das allerdings auch seinen Preis hatte. Aber hin und wieder muss man es sich einfach mal gut gehen lassen. Und Julius hatte natürlich seinen Riesenspaß, da die gesamte Dekoration natürlich sehr ‚piratig’ ausgerichtet war. Und als die Rechnung dann in einer Schatztruhe – aufgefüllt mit Süßigkeiten – serviert wurde, war das Glück komplett.Alles in allem eine tolle und ereignisreiche Woche. Da sind wir doch mal gespannt, was die neue alles so bieten mag!!!

Geburtstagskind der Woche: Max Blum feierte am Samstag, den 24. Januar seinen 11. Geburtstag! Lieber Max, alles Gute und herzlichen Glückwunsch!