Freitag, 26. September 2008

T-Online liegt flach - kein Anja-Newsletter!

Hallo liebe Newsletter-Empfänger von Anja.

Anja war gestern wieder fleißig und hat die Ereignisse der vergangenen Woche schriftlich festgehalten, aber sie kommt nicht an ihr T-Online-Konto ran. Kevin, der EDV-Lehrer der Schule, hat gemeint, daß das hin und wieder vorkommt, daß irgendwelche Adressen gesperrt werden. Ob's dann Sinn macht oder nicht! Heißt also, wir können generell ins Internet, aber eben nicht überall hin...
Funny Ghana!
Also nicht verzagen - sobald T-Online wieder läuft, wird Anja auch wieder die News verschicken. Versprochen!

Update: Noch am selben Tag war wieder alles in Ordnung! T-Online wieder erreichbar und Newsletter verschickt! Super!

Donnerstag, 25. September 2008

Home sweet home


Ich habe ja schon viel über unser neues Heim geschrieben, aber um der visuellen Vorstellungskraft Genüge zu leisten, hier mal ein Ausschnitt aus dem Stadtplan von Accra. Wie man sehen kann, wohnen wir wirklich (fast) am Meer. Hinter uns gibt es eben nur die „Kirche“, die uns durch ihre Lautstärke vor allem am Wochenende sehr erfreut.

Die dicke, gelbe Straße oberhalb von uns führt östlich zum Labadi Beach, das sind so höchstens 10 Minuten per Trotro von uns.

Die gelbe Straße, die diagonal durch die Karte läuft, ist die Ring Road, die uns zur Schule führt. Der untere Bereich ist die Ring Road East und ab dem Danquar Circle, deutlich auf der Karte zu sehen, beginnt die Ring Road Central. Die Schule ist auf der Karte nicht mehr ganz zu sehen, befindet sich aber unmittelbar hinter dem Kartenende oben links.

Vom Danquar Circle südwestlich geht es nach Osu, einem umtriebigen Geschäfts- und Kneipenviertel, wo sich auch ‚unser’ teurer Supermarkt „Koala“ befindet.

Festus, unser Taxifahrer, braucht morgens, wenn noch nicht so viel Verkehr ist, 8 Minuten von unserem Zuhause bis zur Schule. Nachmittags können da aber auch gerne mal 20 Minuten werden. Letztlich aber immer noch korrekte Zeiten, viele Schüler und Lehrer müssen da weitere und längere Strecken auf sich nehmen.

Wir sind zufrieden – kann man auch sein!

Samstag, 20. September 2008

Uwe Beer dichtet:

An der RMS Swiss School gibt es einen pensionierten Lehrer, Uwe Beer, der sich dort in seinem verdienten Ruhestand noch um die Nachhilfestunden kümmert. Und außerdem schreibt er gerne Gedichte, die eben auch Afrika und Ghana sowie deren „Sitten und Bräuche“ zum Thema haben.

Dieses hier hat er mir gegeben:

GOOD NIGHT ACCRA

Die Bar ist zeitig dunkel,
manch Winkel voll Gemunkel.
Am Tresen sind die Gäste laut,
Die Waitress stellt sich ständig taub.
Das Lagerbier ist schal
nach dem lauen Gammelmahl
Moskitos beißen
Dem Essen folgt das große Sch…
Auf einmal geht der Schauer lost.
Es gießt aus allen Ecken
Die Katze streicht um deine Beine
Und will dich auch noch lecken.

Na dann, gut Nacht Accra!

Uwe Beer

Die zweite September-Woche





Hui, eine richtig vollgepackte Woche erwartete uns und vor allem Anja! Am Dienstag hatte Anja morgens Konferenz und abends einen „Neuen-Treff“, wo sich neuangekommene Eltern und Lehrer kennen lernen können und auch vieles rund um die Schule erfahren. Parallel dazu natürlich mein Fußball-Abend, so dass sich Barbara schon bereit erklärte, auf Julius in der Zeit aufzupassen. Außerdem war am Donnerstag Elternabend von Julius und dazu natürlich das ganze andere Schulprogramm. Also beschloss ich den Umständen entsprechend die Woche mit dem passenden Luxus beginnen zu lassen und lud meine Familie ins La Palm Royal Beach Hotel zum Baden ein. Luxus am Montag – warum nicht? Muss ja nicht jeden Montag sein…. Auch ein Hintergedanke war, dass es dort am Montag sicher ruhiger zugeht und wir somit in laxer Atmosphäre alles abchecken können. Der Eintritt entsprach dem im Labadi, außer dass wir im Royal Beach nix für Julius bezahlen mussten. Pluspunkt!
Generell war es sehr schön und auch entspannend, aber gegen unser Labadi kommt wirklich nichts ran!!! Das ist und bleibt unser Lieblingshotel. Trotzdem ein toller Einstieg in die Woche.
Mit so einem Einstieg in die Woche rutschte der Rest dann wirklich problemlos runter und schon war wieder Wochenende. Aber nicht nur ein Wochenende, denn wir hatten schon wieder was zu feiern!!! (Hört denn die Feierei nie auf…?) Am Sonntag, den 14. September hatten wir nämlich unseren sechsten Hochzeitstag und nach einem festlichen Frühstück mit Prosecco, ging es dann wohin? Richtig! Ins Labadi Beach Hotel. Um sich mit Kind und Kegel am Wochenende zu entspannen, ist das wirklich perfekt. Ein kleiner Kurzurlaub. Am Abend waren wir dann noch bei ‚Tante Marie’s’ in Labone zum Essen. Sehr zu empfehlen und sehr, sehr lecker! Also ein perfekter Hochzeitstag!!!
Und dann natürlich noch der Höhepunkt der Woche für Julius: Das Piratenschiff, das er von Mimi und Klaus zum Geburtstag bekam, ist endlich eingetroffen! Samson hat es auf der Post abgeholt und vorbeigebracht und man kann auf den Bildern wirklich die Freude von Julius erleben, als er das Paket bekam. Und außerdem in der Bilderserie zu bewundern das Endprodukt, das Papas Nerven blank legte und Mamas Geduld forderte! Playmobil ist ja noch schlimmer als IKEA!!!

Geburtstagskinder der Woche: Der liebe Jörg hat am 13. September seinen 42. Geburtstag gefeiert! (Hey Jörg, wir können über unser Alter sprechen, oder?) Auf diesem Wege noch mal alles, alles Gute!!!

Die erste September-Woche





Mittlerweile hat uns die Routine eingeholt und gewisse Regelmäßigkeiten sind auch hier eingetreten. Eine eher unangenehme Abwechslung des Alltags war, dass es Anja ab Dienstag überhaupt nicht gut ging, sie auch leichtes Fieber hatte und wir schon überlegten, ob eventuell die Malaria bei ihr zugeschlagen hat. Gegen Ende der Woche wurde es dann aber immer besser und so sind wir alle froh, dass Anja wieder top auf dem Damm ist. Zu feiern gab es mal wieder auf der Insel Reichenau einen Haufen und zwar hatte Onkel Hans und Alex Frick am 5. September Geburtstag (und wenn ich mich nicht täusche, außerdem auch Olli Wörner, oder?) und am Samstag, den 6. Oktober feierten Katja Huber und ihr Rainer Hochzeit. Euch allen noch mal Herzlichen Glückwunsch!!!
Am Sonntag waren wir dann bei Kerstin, die Kindergartenleiterin von KiGa 1, also die ganz, ganz Kleinen zum Grillen eingeladen. Kerstin wohnt richtig draußen bei Tema und zusammen mit Schlatters machten wir uns dorthin auf den Weg. Ein Weg nach Tema ist über den Motorway, also eine Art Autobahn (, die bei uns wohl nicht einmal als Bundesstraße durchgehen würde) und auch hier gab es wie überall außer in Deutschland eine Maut zu bezahlen. Allerdings lag der Betrag recht niedrig bei 8 Pesewa, was ungefähr 5 cent entspricht. Nimmt man die Kosten des Maugebäudes, des Personals und der ausgestellten Tickets zusammen, so erscheint einem dieser Betrag völlig irre. Ich denke, man würde da eher Geld sparen, wenn man keine Maut entrichten müsste. (Wie uns später dann Ina erklärte, waren die 8 Pesewa sogar noch richtig viel, da die Schlatters mit einem Land Rover ein eher großes Auto besitzen. Mit einem normalen PKW sind es sonst so 4 -5 Pesewa, also 2 - 3 cent.)
Kerstin wohnt richtig ‚wild’ in einem Neubaugebiet, das wir so wahrscheinlich (trotz Wegbeschreibung!) nicht gefunden hätten, wenn nicht Kerstin mit Sabine und ihren Kindern vor uns gefahren wäre. Da hätten wir nie und nimmer eine menschliche Siedlung vermutet und wären bestimmt wieder umgedreht. Wenn man das Anwesen von Kerstin und Lloyd (und ihren netten Kindern Nana und David) dann aber gefunden hat, erwartet einen ein tolles Anwesen mit wunderschönem Garten und klasse Spielmöglichkeiten für die Kinder. Es wurde ein richtig toller Sonntag und bei der Nachhausefahrt gab es erst viel zu sehen, als uns eine Kuhherde den Weg versperrte und dann viel zu spüren, als ein selbstmordgefährdetes Huhn sich vor den Landrover warf. Meine Herren, das ruckelt aber ganz schön, da möchte man nicht größere Tiere unter dem Auto haben….Christoph hat danach noch schlecht von Hühnerfrikassee geträumt, aber mittlerweile ist das Chicken-Trauma auch überstanden!!!

Unser erstes Barbecue





Wie in jedem Bericht, gibt es mindestens eine Schlatter-Erwähnung. Das hängt natürlich damit zusammen, dass wir uns wirklich prima verstehen, somit viel zusammen unternehmen und – ergo – auch oft Tanja und Christoph in diesem Blog Erwähnung finden.
Langsam wurde es peinlich, aber wir waren schon wieder von Schlatters eingeladen. Na ja, kleine Ausrede, wir sind ja jetzt erst um- und eingezogen und können das noch alles nachholen. Trotzdem. Und dieses Mal hatten sich Tanja und Christoph überlegt ein Barbecue zu veranstalten. Da wir schon früher an der Schule waren, um noch via Internet einiges zu erledigen, schnappten wir uns Tanja, überließen Christoph den Grill, die Kohle und die Glut, und machten uns auf den Weg zum Malata Market. Irre! Wenn man so einen afrikanischen Markt noch nicht selber gesehen hat, kann man es kaum mit Worten fassen. Menschen, Menschen, Menschen und alle am Handeln, Handeln, Handeln. Und zwar mit allem: Von Schweinsfüße über lebende Schnecken, vom Kaugummi bis zum Handy, von Krebsen bis zu verschiedensten Gewürzen, unzählige Plastikschüssel, komplette Hühner, Krimskrams, Schmuck, Textilien – man kann gar nicht alles beschreiben, was es dort so gibt. Dazu die verschiedensten Gerüche, auch die verschiedensten Gestanksmöglichkeiten und über allem eine Geräuschkulisse, die nie abreißt. Anja und Tanja waren restlos begeistert und auch Julius freute sich, denn er bekam eine komplette Box mit Kaugummis von Mama geschenkt – mir war das dann doch eine Spur zu viel von allem. Sicher: Faszinierend und hochinteressant, aber eindeutig nicht meine Welt.

So war ich dann auch froh, wieder bei Schlatters angekommen zu sein und erst mal ein leckeres Club-Bier zu öffnen! Das kann man jedem Ghana-Reisenden mit auf den Weg geben: Trinke Club, vermeide Star! Dann kann dir biertechnisch nichts passieren!
Außer uns war auch noch Karin (Biedermann), die Leiterin von Julius’ Kindergarten mit von der Grill-Partie, und somit war Julius völlig glücklich, denn wenn seine Frau Biedermann in der Nähe ist, dann ist die Welt für ihn völlig in Ordnung.
So konnten wir leckere Salate, Würstchen, Chicken Wings und sogar Burger in angenehmer, entspannter Gesellschaft genießen. Und hatten wieder einmal einen tollen Nachmittag beziehungsweise Abend. Was will man mehr?!

Schönes Wetter war nicht nur bei uns, sondern auch auf der Insel, wo an diesem Tage die Hochzeit von Nadin und Alex stattfand. Unsere Korrespondenten berichteten von einer wahrlich königlichen Hochzeit, wow! Euch zwei auf diesem Wege noch mal alles, alles Gute auf eurem weiteren Lebensweg. Herzlichen Glückwunsch!!!

Am Sonntag fuhren wir dann nach Teshie-Nungua mit dem Trotro, um uns im ‚Dutch Hotel’ zu erholen. Das ist zwar günstiger als das Labadi Beach Hotel, aber ansonsten wirklich kein Bringer. Am Schluss hat man dann alles zusammengerechnet auch einen Batzen Geld investiert und bei weitem nicht die Ruhe und das tolle Ambiente des Labadis genießen können. Wieder eine Erfahrung….

JAKOB WILLIAM CYR IST DA!

Nach langem Warten war es dann doch soweit:

Am Freitag, den 29. August 2008 kam um 03.28 Uhr gesund und munter bei einem Gewicht von 3400 g JAKOB WILLIAM CYR in Hongkong auf die Welt.

Die überglückliche Mimi ist dann auch gleich bei den überglücklichen Eltern, Maren und Terry, direkt von der Reichenau in Hongkong eingetroffen. Das ist doch schön!
Auch wir sind richtig glücklich über die Ankunft des kleinen Jakobs, auch wenn wir noch etwas warten müssen, bis wir ihn „live“ sehen können. Am 14. Dezember ist es für uns aber dann soweit und die Gotti Anja kann es kaum erwarten….

Liebe Maren, lieber Terry, herzlichen Glückwunsch zu eurem Sohn Jakob!!!