Sonntag, 6. September 2009

Dolce & Gucci


Mein alter Gürtel zeigte immer mehr Abnutzungserscheinungen und so war es höchste Zeit, mich nach einem neuen Lederriemen umzuschauen. Ist ja in Accra auch kein Problem, kurz auf die Oxford Street, sich 10 Sekunden nicht bewegen und man hat sofort ein Dutzend Strassenverkäufer um sich herum geschart. Ein Gürtelverkäufer wird dann bestimmt dabei sein. Tatsächlich war es dann auch so und zusammen mit Anja und Julius begutachteten wir die verschiedenen Modelle. Ein Großteil der Auswahl bestand aus protzigen Hip-Hop-Gürteln mit ausladenden Gürtelschnallen. Hmmm, nicht so mein Ding. Tatsächlich fanden wir dann einen schlichten, schwarzen Ledergürtel mit dezenter Schnalle. Natürlich muss eine Modemarke für so einen Gürtel "gerade stehen" und in diesem Falle fanden wir auf dem Leder sehr unauffällig ein eingestanztes 'D & G'. Doch eben nicht nur das, denn auf der Schlaufe wurde obendrein noch ein 'Gucci' eingeprägt. Als wir schmunzelnd den Verkäufer fragten, ob das denn sein kann, daß Dolce und Gabbana zusammen mit Gucci für den ghanaischen Markt Gürtel herstellen würden, versicherte dieser uns mit großem Ernst, daß es ganz, ganz sicher Original-Ware sei. Also einigten wir uns darauf, daß es sich folglich um 'Dolce & Gucci' handeln muss.

Henry Fonda hätte so eine Episode nicht erleben können, denn in 'Spiel mir das Lied vom Tod' meinte er verächtlich, daß Leute mit Gürtel keine echten Männer seien, da sie ja noch nicht einmal ihren eigenen Hosen vertrauen.

Mein Vertrauen gehört jetzt dagegen meiner neuen Lieblingsfirma 'Dolce & Gucci'. Vielen Dank!

Mittwoch, 26. August 2009

Guten Appetit!


Bei uns in Europa kennt man Essen auf Rädern und hier heißt es leicht abgewandelt: "Essen auf Füssen". Frisch zubereitete Speisen wie Banku werden so live und direkt an den Mann/an die Frau gebracht. Guten Appetit!

Freitag, 21. August 2009

Noch was Feines!


Heute gab es Nachschub in Sachen Medikamente und ich bin guter Dinge, daß ich meinen Husten jetzt wirklich bald wegbekomme. Im Moment rasselt es in mir wie in einem Bochumer Bergwerk, aber mit diesen Hilfsmitteln kann es eigentlich nur besser werden!

Sonntag, 16. August 2009

Medikamente in Ghana


Da könnte sich die deutsche Pharmaindustrie doch mal eine Scheibe abschneiden. So schön kann man Grippe-Medikamente gestalten. Sieht doch klasse aus - da hat man Vertrauen und wird schon beim Packung-Anschauen gesund.



Bayer - übernehmen Sie!

Und auch wir sind wieder da!


Ja, ja, ja - ich weiß. Ruhig war es hier. Sehr ruhig!

Aber es wird tatsächlich auch immer schwieriger, hier Neues zu berichten. Auch ein Alltag in Afrika bietet da nicht immer Neues und so überlegt man - oft krampfhaft -, was man denn hier Interessantes reinschreiben kann. Andererseits gibt es immer wieder kurze Begegnungen, skurille Momente oder spannende Situationen, über die man berichten kann. Da versuche ich in Zukunft anzusetzen und durch kürzere Beiträge auch wieder eine Regelmäßigkeit reinzubekommen.

Die Ferien waren ja auch recht abwechslungsreich: Zuerst erlebten wir zwei fantastische Wochen in Kenia, dann waren Tina & Torsten bei uns in Ghana, mit denen wir tolle Tage verbrachten und auch seitdem fliegen die Tage wie im Flug dahin.


Also: Es wird sich wieder lohnen, hier reinzuklicken. Es wird wieder mehr Beiträge geben. Hab ich mir auf jeden Fall vorgenommen....

Und auch Barack war da...


Während unseres Urlaubs in Kenia, gab es hohen Besuch in Ghana. Barack Obama war für einen zweitägigen Aufenthalt angereist und neben den staatsbürgerlichen Pflichten in Accra und dem Besuch des 'Cape Coast Castle', war er auch noch bei uns in der Nachbarschaft im 'General Hospital'.
Da wir ja nicht da waren, wurde uns berichtet, daß unser Viertel, South-Labadi-Estates, natürlich komplett abgeriegelt war und man folglich keine Chance hatte, den amerikanischen Präsidenten zu sichten. Außerdem war der Himmel von Helikoptoren übersät und es war wohl schon eine eigenartige Stimmung.

Uns war danach klar, warum kurz vor unserem Kenia-Aufenthalt noch - ghanaisch-untypisch - hektisch die Straße vor dem Krankenhaus restauriert wurde, Schlaglöcher, die eher Kratereinschlägen beseitigt wurden und links und rechts der Straße alles fein und ordentlich geweißelt wurde. Der Präsident macht's möglich...

Paul, ein Taxifahrer, merkte dann an, das Beste wäre ein jährlicher Besuch von Obama, der dann an verschiedenen Stellen in Accra stattfinden soll. Dann wäre Accra in wenigen Jahren 'schlaglochfrei'! Auch ein Vorschlag für 'Schöner Wohnen'!

Dienstag, 16. Juni 2009

Gerald Asamoah war da!




Heute gab es an der Schule prominenten Besuch. Gerald Asamoah von Schalke 04 hatte sich angekündigt. Deswegen gab es vorher bei uns im Hof noch eine Extra-Fußball-Runde mit Julius, den er wollte noch Schalke gegen Spanien spielen. Zitat: „Papa, du bist Spanien…“ Asamoah ist ja gebürtiger Ghanaer und lebt seit seinem 12. Lebensjahr in Deutschland. Ausgestattet mit der deutschen Staatsangehörigkeit hat er ja auch schon einige Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft getätigt.






Mit im Schlepptau hatte er Charles Takyi, auch „Deutschland-Ghanaer“ und ab der kommenden Saison – nach einem einjährigen Gastspiel bei der Spielvereinigung Greuther Fürth – wieder St. Paulianer.
Die Schüler, Eltern und Lehrer warteten schon alle ungeduldig auf die Ankunft der zwei Stars und so war der Jubel und die Aufregung groß, als der Tross um Asamoah endlich eintraf. In der Aula war schon ein Podium mit Zuschauerraum aufgebaut und nach ein paar einleitenden Worten von Stefano Caflish konnte man dann dem Superstar seine Fragen stellen.

Von Schüchternheit war bei den Schülern überhaupt keine Spur und Asamoah hatte alle Mühe, alle Fragen beantworten zu können. Das tat er aber sehr gewissenhaft und herzlich, nahm alle Fragen der Schüler ernst, fing auch auf einzelnen Fragen kleine Dialoge an und zeigte sich von einer sehr angenehmen, freundlichen und natürlichen Seite. Auf die Frage, ob er sich denn als Ghanaer oder Deutscher fühlen würde, antwortete er sehr offen, dass er natürlich in Ghana geboren sei, da er aber seit seinem 12. Lebensjahr in Deutschland lebt, dort seine eigentlichen heimatlichen Gefühle sind und er sich somit eher „deutsch“ fühlt. Auch sein soziales Engagement kam zur Sprache und er berichtete sachlich über die Ziele der Stiftung, ohne seine eigene Person dabei in den Mittelpunkt zu stellen.

Zum Abschluss gab es dann natürlich noch eine Runde Autogramme, die er bereitwillig verteilte. Anja und Julius reichten ihm meine 11-Freunde-Sonderausgabe ‚Die 80er Jahre’ mit dem jungen Olaf Thon als Titelbild, was bei Gerald Asamoah doch ein Schmunzeln hervorrief und er meinte: „Na dann unterschreib ich mal auf Olaf….“




Danach zeigten die zwei noch ein paar Tricks mit dem Ball auf dem Schulhof, wobei Charles Takyi einige sehr schöne Kabinettstückchen vorführte.



Ein Besuch der angenehmen Art! Die Schüler haben sich sehr gefreut und auch für uns Eltern und für die Lehrer war es eine interessante Begegnung mit einem interessanten Menschen! Kommen’se doch mal wieder, Herr Asamoah!!!